Dienstag, 12. Oktober 2010

ENJOY JAZZ: Tomasz Stanko Quintet

Einlass 19.00 Uhr / Beginn 20.00 Uhr

Slawische Melancholie und nordische Schwerelosigkeit

Was man Stil nennt, ist harte Arbeit am Unverwechselbaren: Stil hat zu tun mit der Persönlichkeit des Musikers, mit der Begabung, die er mitbringt. Aber mehr noch vielleicht mit seinem unbedingten Willen, einen eigenen, charakteristischen Klang zu entwickeln, der ihn unter tausend ähnlich talentierten Musikern doch einzig und immer wieder identifizierbar macht. Tomasz Stańko ist das eindeutig gelungen. Auch wenn sich seine Musik seit seinem ersten Auftreten in den frühen 1960er Jahren stark verändert hat – durch ihre stilistischen Eigenheiten ist sie sich immer nah geblieben. Der schwere, schwermütige, raue Ton der polnischen Trompetenlegende ist sein Erkennungszeichen schlechthin, auch wenn die Ensembles gewechselt und die Genres sich im Lauf der letzten fast 50 Jahre immer wieder verändert haben. Die stilistische Identität darf man allerdings keineswegs mit Stillstand verwechseln: Stańko gehört zu den freudigsten Experimentatoren des Jazz, er hat immer wieder herkömmliche harmonische Strukturen zum Tanzen, konventionelle Rhythmen aus dem gewohnten Takt gebracht. Die auch theoretische Durchdringung seiner Musik hat dazu geführt, dass ihm Kritiker den Ehrentitel „der weiße Ornette Coleman“ verliehen haben. Hatte Stańko viele Jahre im Quartett gespielt, so tritt er nun seit einiger Zeit mit einem jungen Quintett auf die Bühne. Gebettet auf einen vorantreibenden, Räume auftuenden Sound legt sich Stańkos lyrisches Spiel – mit größter Offen- und Gelassenheit nutzt er die neuen Möglichkeiten und bleibt doch ganz er selbst. 

Tomasz Stanko: tp; Alexi Tuomarila: p; Jakob Bro: g; Anders Christensen: b; Olavi Louhivuori: dr  

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ENJOY JAZZ: Tomasz Stanko Quintet (12. Oktober 2010 Alte Feuerwache Mannheim)

Tomasz Stanko Quintet